Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes

«In jener Zeit sah Jesus einen Mann, der seit seiner Geburt blind war. Jesus spuckte auf die Erde; dann machte er mit dem Speichel einen Teig, strich ihn dem Blinden auf die Augen und sagte zu ihm: Geh und wasch dich in dem Teich Schiloach! Das heißt übersetzt: der Gesandte. Der Mann ging fort und wusch sich. Und als er zurückkam, konnte er sehen. Die Nachbarn und jene, die ihn früher als Bettler gesehen hatten, sagten: Ist das nicht der Mann, der dasaß und bettelte? Einige sagten: Er ist es. Andere sagten: Nein, er sieht ihm nur ähnlich. Er selbst aber sagte: Ich bin es. Da brachten sie den Mann, der blind gewesen war, zu den Pharisäern. Es war aber Sabbat an dem Tag, als Jesus den Teig gemacht und ihm die Augen geöffnet hatte. Auch die Pharisäer fragten ihn, wie er sehend geworden sei. Er antwortete ihnen: Er legte mir einen Teig auf die Augen und ich wusch mich und jetzt sehe ich. Einige der Pharisäer sagten: Dieser Mensch ist nicht von Gott, weil er den Sabbat nicht hält. Andere aber sagten: Wie kann ein sündiger Mensch solche Zeichen tun? So entstand eine Spaltung unter ihnen. Da fragten sie den Blinden noch einmal: Was sagst du selbst über ihn? Er hat doch deine Augen geöffnet. Der Mann sagte: Er ist ein Prophet. Sie entgegneten ihm: Du bist ganz und gar in Sünden geboren und du willst uns belehren? Und sie stießen ihn hinaus. Jesus hörte, dass sie ihn hinausgestoßen hatten, und als er ihn traf, sagte er zu ihm: Glaubst du an den Menschensohn? Da antwortete jener und sagte: Wer ist das, Herr, damit ich an ihn glaube? Jesus sagte zu ihm: Du hast ihn bereits gesehen; er, der mit dir redet, ist es. Er aber sagte: Ich glaube, Herr! Und er warf sich vor ihm nieder.»

Das ist die Frohbotschaft unseres Herrn Jesus Christus

Heilung durch Berührung

In jener Zeit in der Jesus lebte war für alle Juden klar: Eine Behinderung ist - wie auch jede Krankheit und jedes andere Unheil - eine Strafe Gottes.
Doch Jesus, der Sohn Gottes, weiss es besser! Und dies soll auch uns ein kleiner Trost in dieser ungewissen, beängstigenden und verstörenden Zeit sein: Krankheiten, Epidemien, Behinderungen und andere körperlichen oder seelischen Leiden sind keine Strafe Gottes!

Jesus reagiert auf den blinden Mann indem er ihn berührt und durch diese Berührung heilt. Heilung findet durch Berührung statt.
Heute ist es uns - insbesondere unter den gegebenen Umständen - nicht erlaubt, einen anderen Menschen ohne triftigen Grund zu berühren. Doch wir sind gerade jetzt dazu aufgerufen, uns von Jesus berühren zu lassen und andere Menschen zu dieser heilsamen Berührung durch Jesus zu führen: im Gebet, in der tätigen Unterstützung, durch liebe Worte, durch gute Gedanken oder durch das Entzünden einer Kerze.
In diesem Sinne soll die Osterkerze – das Symbol unseres auferstandenen Herrn Jesus Christus – für alle brennen, die diese heilende und tröstende Berührung Jesu besonders nötig haben.

Gebet während der Corona-Pandemie

Gott, unser Leben und Licht,
wir haben die Osterkerze angezündet. Sie ist ein Zeichen: Dein Licht leuchtet in unsere Nacht. Seit Menschengedenken ist das so – auch in dieser schwierigen Zeit. Wir danken dir. Stehe allen bei, deren Leben in Gefahr ist. Schütze alle, die im Gesundheitswesen arbeiten. Stärke alle, die in der Corona-Pandemie Verantwortung übernehmen und schwierige Entscheidungen treffen müssen.

Gott bei den Menschen,
wir teilen das Licht mit allen, die eine Kerze entzünden. Es ist ein Zeichen: in dir sind wir verbunden mit Christinnen und Christen und mit vielen anderen Menschen – eine weltumspannende Gemeinschaft. Wir danken dir. Sei allen nahe, die isoliert und einsam sind. Schenke Gelassenheit und Geduld, wo in Beziehungen und Familien die ständige Nähe zur Belastung wird. Stärke unsere Solidarität.

Gott unsere Hoffnung,
wir kommen zu dir mit Gedanken, Sorgen, Gebeten. Die Kerze ist ein Zeichen: du bist da, hier, jetzt – wie auch immer es weitergeht in dieser schwierigen Lage. Wir danken dir. Schütze uns. Sei den Sterbenden nah. Führe die Verstorbenen zu deinem wärmenden Licht. In deinem Licht geborgen beten wir:

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gibt uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Segensbitte

Gott, der uns wahrnimmt wie wir sind, lässt zu unserer Erfahrung werden, was er uns durch Jesus Christus zugesichert hat:
Bei uns zu sein in Angst und Unsicherheit, zu uns zu stehen in Ausweglosigkeit und Verlassenheit, uns zu trösten wenn wir bekümmert sind, sich der Bedürftigkeit unserer Herzen anzunehmen und uns zu geben, was wir selber nicht können: Wachsendes Vertrauen mitten in den Wiedersprüchen dieses Lebens.
Dazu segne uns unser Dreieiniger Gott: Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.


Vierter-Fastensonntag-2020.pdf

 

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